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“Geiz” hat mich dick gemacht

Im Grunde war es vor dem Abnehmen tatsächlich unter anderem auch eine gehörige Portion Geiz, die mich hat an Gewicht zunehmen lassen. Und meine Gespräche mit anderen, die gerade abnehmen und sich in einer Diät befinden zeigen, dass ich da kein Einzelfall bin. Und ich kann diese These eigentlich auch ganz gut an einem Beispiel aus dem Alltag erklären…

Die erste Falle ist das gemeinsame Essen mit der Familie. Irgendeiner lässt immer etwas übrig, schafft etwas nicht oder hat keinen Appetit mehr darauf. Und schon sagt man, gib her – es soll ja nicht verkommen, ja es wäre schade, wenn man es wegschmeißen würden.

Das gleiche gilt fürs Kochen. Da ist doch dann immer noch eine Portion im Topf, die man natürlich nicht wieder in den Kühlschrank stellen will – und schon muss sie weggegessen werden. Wäre ja sonst Verschwendung, wenn man es dann doch schon mal so aufwendig und mit viel Mühe und Fleiß gekocht hat. Und bleiben wir ruhig beim Herd: Wenn wir etwas auftauen und kochen wollen und es ist eigentlich wirklich etwas zuviel in der Packung ist, dann wird es trotzdem gekocht, gebraten und gegart – eben weil es ja nicht wieder in der angerissenen Packung in den Gefrierschrank soll. Schließlich will man dann keine kleinen Mini-Packungen im Froster haben.

Im Restaurant ist es noch schlimmer: Da hat man eben das Essen teuer bezahlt oder hat noch den stolzen Preis von der noblen Speisekarte vor dem geistigen Auge – und dann isst man seinen Teller auf jeden Fall leer. Oder man schnappt sich noch das halbe Schnitzel vom Gegenüber – weil das will man ja in keinem Fall zurückgehen lassen. Beziehungsweise wäre es für die kleine Portion ja auch nicht sinnvoll, sich diese noch extra einpacken zu lassen und nach Hause zu schleppen. Oder man lässt auch nicht gern was auf dem Teller, weil dann könnte es beim Kellner ja blöd aussehen oder so wirken, als wenn es nicht geschmeckt hätte. Also wir auch im Restaurant immer brav aufgegessen. Auch wenn man schon lange satt ist…

Und wenn man unterwegs an einem Kiosk noch irgendwo eine Bratwurst oder einen Döner isst, den schmeißt man den Rest ja auch nicht weg, wenn man nach einem Dreiviertel fertig und eigentlich satt ist – wie sieht dass denn aus, wenn Lebensmittel in den Papierkorb wandern…

Dann wäre da noch die angerissene Gummibärchentüte oder Schokoladentafel, die kann man dann ruhig auch noch alle machen sollte, auch wenn der Heißhunger auf Süßes schon lange vorbei und der Bauch voll Schoki und Gelantine ist. Aber, nein, den Rest wieder in den Schrank stellen – warum sollte man das denn tun, die drei Bärchen und das eine Stück Schokolade schaffen den Gang in den Magen auch noch.

Ja, das sind die ganzen kleinen und großen Fallen, in die uns der Geiz treibt – und uns dann später zum Abnehmen, zu Diäten und viel Sport zwingt.

Denn diese Kalorien werden von niemanden bemerkt, von niemanden gezählt – aber sie wandern direkt auf die Hüfte oder auf den Bauch. Denn unser Körper braucht sie nicht und hat dies eigentlich auch deutlich im Vorfeld schon gezeigt, in dem er nämlich das Hungergefühl abgeschalten hat. Nur unser Kopf und der oft darin sitzende Geiz, der hat gesagt – dass das alles aber jetzt aufgegessen werden muss! Und dann wird´s aber auch langsam mit dem Abnehmen Zeit!


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10 Kommentare zu "“Geiz” hat mich dick gemacht"

  1. Sandra sagt:

    Ist das tatsächlich so? Kann mir das gar nicht vorstellen, weil satt ist satt, oder nicht? Aber ich finde die Geiz-These durchaus spannend. ;o)

  2. Kay sagt:

    Werde Dir und vor allem dem Thema dazu mal einen eigenen Post widmen! Danke für die wirklich spannende Frage!

    • annadanzig sagt:

      seh ich ganz genauso.am schlimmsten sind die buffets,man hat ja bezahlt und da muß sich das essen ja auch lohnen.

      ich hab früher genauso gedacht,heute wandert nur noch das in meinen mund,was ich wirklich mit genuss essen möchte.nach fast 2 jahren low carb bleibt auch mal etwas auf dem teller,wäre früher niemals passiert.der heißhunger auf alles mögliche ist verschwunden.

  3. Jasmin sagt:

    Der Geiztheorie kann ich nur zu 100 % zustimmen, damit habe ich auch ein Riesenproblem und es kommt so gut wie nie vor (ich könnte das “so gut wie” eigentlich auch gleich streichen…), dass ich etwas übrig lasse oder mich bei Buffets etc. zurückhalte. Auch fast leere Packungen (z.B. Cornflakes etc.) gar aufzubrauchen finde ich sehr befriedigend, da man damit “Ordnung” schafft, echt krass…Aber gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist, sondern auch andere dieses Problem haben/hatten!

    • Kay sagt:

      Stimmt, diese “Befriedigung” etwas zuende gebracht zu haben bzw. es alles “ordentlich” zu haben ist da schon ein Problem. Ich höre auch oft, dass man im Kopf hat, “es gehört sich nicht, etwas auf dem Teller zu alssen”… tja, das müssen wir aus den Köpfen streichen! ;) Schaffen wir aber!!! Liebe Grüße!

  4. Kati sagt:

    diese These konnte ich oft beobachten, aber nie verstehen.
    Ich denke einfach einen Schritt weiter. Was passiert mit dem Rest, den man isst?
    Er wandert durch den Körper- ein Teil auf meine Hüften, wo ich ihn nicht haben will und der Rest landet in der Toilette, wird also weggeworfen.
    Dann kann ich ihn auch gleich wegwerfen und spare mir das Fett auf der Hüfte.
    Allerdings kenne ich einige Menschen, die durchdrehen, wenn sie sehen, wie ich Lebensmittel mit Schwung in die “Tonne kloppe”. In Afrika hungern Kinder, wie kannst du nur!
    Werden die satter, wenn ich fett werde?
    Ich kann höchstens besser planen und das gesparte Geld spenden.
    Auch in meiner Haushaltskasse wird nichts besser, wenn ich die Reste esse, statt wegzuwerfen. Sie wurden gekauft, gegart und dann? Ob ich sie nun esse oder entworge, sie haben das gleiche gekostet.
    Also auch hier, besser planen oder ohne Bedauern entsorgen, ist ja eh bezahlt.

    LG

    Kati

    • Bettina sagt:

      Hm, ich werfe in der Regel auch nichts weg…was übrig bleibt, kommt in den Kühlschrank und wird am nächsten Tag mit ins Büro genommen oder nach Feierabend eben noch einmal aufgetischt, notfalls mit einer kleinen “Verlängerung” oder als “Vorspeise”, vom “Hauptgericht” gibt es dann entsprechend weniger.
      Davon habe ich auch nie zugenommen, mich hat nicht der Geiz fett gemacht, sondern das “faule” und “süße” Leben (Extremcouching und Marathonschnuckern”)
      Aber damit ist jetzt Schluss :-)

  5. Aya sagt:

    XD Oh ja das kenne ich. Allerdings hab ich mir das schon irgendwie ein bisschen abgewöhnt. Meine Mutter findet diese “Verschwendung” nicht gut also hab ich mir angewöhnt eben in Portionstöpfen zu servieren, für jeden eine kleine Menge und nach ende schnell abräumen. Meine Großmutter kriege ich damit leider nicht.. deswegen hab ich schon leicht Panik wenn sie natürlich sehr lecker auftischt aber zum Ende typisch: “Die Töpfe müssen leer weil…” sagt. Aber dafür hab ich mir ja einen Schlemmertag bewahrt, damit der stoffwechsel nicht einfriert xD

  6. Ulrike sagt:

    Dieses Problem kenne ich auch (aber nur bedingt bei mir – viel mehr bei meinem Mann ;-))
    Nee, war nur Spaß! Ehrlich gesagt, wir stehen ganz am Anfang. Ich wollte nie irgendwelche Diäten machen, weil dem Körper durch eine einseitige Ernährung irgendwas fehlt und das holt er sich dann (nach der Diät) doppelt wieder. Nachdem nun meine Nichte mit Low Carb (nur beim Abendessen) sehr gut abgenommen hatte und unsere Schwimmreifen auch nicht kleiner werden… haben wir uns entschlossen, dies auch mal auszuprobieren. Mir fehlen aber irgendwie die passenden Rezepte (hab gestern abend einen Apfel Kohlrabi Salat gemacht) Meine Familie hat eher schlecht als recht gegessen, ich fand ihn ganz o.K aber wenn ich mir vostelle, ich muss das jeden Abend essen…würg!
    Das mit dem Geiz ist halt so eine Sache. Ich werd mich in Zukunft mal etwas genauer beobachten. Berichte was herausgekommen ist ;-)

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